Die nächsten Etappen meiner Sommertour: Polizei Mettenhof und Jugendtreff Kiste

Die Pandemie hat in den vergangenen Monaten vielen Menschen eine Menge abverlangt. Eine besondere Zumutung war sie vor allem auch für Kinder und Jugendliche mit zum Teil gravierenden Folgen. Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit, fehlendes Gemeinschaftsgefühl, massive Belastungssituationen im häuslichen Umfeld, fehlender Ausgleich zum Stress- und Aggressionsabbau oder ausgefallener Schulalltag.

Über die ganz persönlichen Folgen für die Betroffenen und Auswirkungen auf unsere Quartiere habe ich auch mit Bernd Krüger, Stationsleiter der Polizei in Mettenhof und seinem Team gesprochen. Mit hoher Sensibilität und großem Engagement deutlich über die polizeiliche Arbeit hinaus widmen sich hier unsere Sicherheitskräfte mit mehreren Jugend-Sachbearbeitern den Sorgen und Nöten, ohne die Taten zu relativieren. Hierbei zahlt sich die gute Vernetzung der Akteure im Stadtteil aus. Das gilt auch für die notwendigen Ausstattungen der Polizeistation für diese herausfordernde polizeiliche Arbeit.

Auch Karola Bollow, Leiterin des Jugendzentrums Kiste (Jugendtreff Kiste / Kiel-Mettenhof), bestätigt mir die hilfreiche Vernetzung in Zeiten von Corona. Monatelange Einschränkungen sind im kindlichen und jugendlichen Empfinden eine lange Zeit. Zurückgeworfen seien sie derzeit auf die Familien oder auf problematische Gruppen im direkten Umfeld. Mit viel Beziehungsarbeit wird hier für auffällige Kinder und Jugendliche ein engmaschiges Betreuungsnetz gespannt. Aufgrund der jüngsten Lockerungen ist es auch endlich wieder möglich, mit ihnen direkt und persönlich zu arbeiten. Wie tragend und bedeutsam das Ganze für den sozialen Frieden ist, erfahre ich neben den Beschäftigten auch von den Jugendlichen aus erster Hand. Besonders berührt haben mich hierbei nicht nur die individuellen Biografien und die Sehnsucht nach Normalität, sondern auch das gemeinsame Bemühen der Jugendlichen um eigene Lösungsvorschläge, wie die betroffenen Kinder und Jugendliche besser geschützt werden können. Unsere Verabredung zur Nachbetrachtung in einigen Wochen steht.

Wir müssen gemeinsam weiter dazu beitragen, die Betroffenen und die Lücken in unseren Systemen zu identifizieren. Das kürzlich vom Bundeskabinett verabschiedete Aufholprogramm sieht hierzu auch die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vor, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Auch das Land muss weiter seinen Beitrag dazu leisten, die pandemiebedingten Auswirkungen zu heilen. Das wird uns noch eine Weile beschäftigen müssen.