Prüfungen in Zeiten von Corona

Junger Mann beim Schreiben
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In Schleswig-Holstein starten heute unter besonderen Vorkehrungen die Prüfungen für rund 14.000 Abiturient*innen. In wenigen Tagen folgen diesen dann die knapp 10.500 Schüler*innen für den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) sowie weitere 12.500 Schüler*innen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) in unserem Bundesland. Diese finden nach derzeitigem Stand an 160 Schulen (99 Gymnasien und 43 Gemeinschaftsschulen) statt.

Um die Sicherheit von Schüler*innen und Lehrkräften in dieser Prüfungssituation zu gewährleisten, sind auf Landesebene umfangreiche Handlungsempfehlungen für die Schulen beschlossen. So müssen beispielsweise beim Betreten des Gebäudes Desinfektionsmittel benutzt werden. Im Prüfungsraum sind Mindestabstände von zwei Metern vorgeschrieben und wenn notwendig, können auch mehrere im Vorfeld desinfizierte Räume genutzt werden.

Gefährdete Schüler*innen sollen ihre Prüfungen in einem gesonderten Raum absolvieren dürfen. Erkrankte Schüler*innen hingegen bekommen den Planungen zufolge Ausweichtermine angeboten.

Dennoch befürchtet eine Vielzahl an Eltern wegen der Pandemie Nachteile für ihre Kinder und bringt dies direkt in meinem Wahlkreisbüro oder über die jeweiligen Elternvertretungen stark zum Ausdruck. Wir nehmen diese Sorgen sehr ernst, weil wir wissen, dass nicht alle Schüler*innen dieselben optimalen Rahmenbedingungen zum Lernen vorfinden. Schwierige persönliche Verhältnisse für die Prüfungsvorbereitungen, fehlende digitale Grundausstattung, Existenzsorgen der Eltern oder die Angst vor Ansteckungsgefahren sind nur einige Beispiele der zusätzlichen Belastungen.

Deshalb ist für uns klar: Wenn die Durchschnittsergebnisse der Abschlussprüfungen 2020 deutlich von denen der vergangenen Jahre abweichen, braucht es einen Ausgleichsmechanismus für die Jahrgänge in 2020. Keine Schülerin und kein Schüler darf einen Nachteil daraus haben, ausgerechnet in diesem Jahr die Schule zu beenden. In diesem Fall fordern wir einen Vorstoß und entsprechende Vereinbarungen in der Kultusministerkonferenz (KMK), die diese Nachteile kompensieren. Die Corona-Krise führt uns einmal mehr vor Augen, dass die existierende Bildungsungerechtigkeit verstärkt wird, wenn weitere Belastungsfaktoren hinzukommen und wir diese nicht zügig abbauen.
Hier sind wir auch als Land weiterhin gefordert, alle Chancen und Mittel zu ergreifen, die zur Verfügung stehenden Finanzmittel aus dem Digitalpakt Schule für die Schulinfrastruktur einzusetzen.

Wir setzen uns als SPD Landtagsfraktion weiterhin dafür ein, dass der Bund über den laufenden Digitalpakt Schule hinaus diese Mittel verstetigt, die für das Bildungs- und Teilhabepaket verfügbaren Mittel aufstockt und die Ganztagsoffensive des Bundes verstärkt.

Gleiches gilt für die von uns als SPD Landtagsfraktion Schleswig-Holstein geforderte Lernmittelfreiheit. Nur ein vom Bund, vom Land, von den Schulträgern und von den Schulen getragenes Bündnis für Lernmittelfreiheit wird dazu in der Lage sein, die Eltern nachhaltig zu entlasten.

Unsere näheren Positionen dazu findet Ihr HIER!

Ich wünsche allen unseren Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen viel Erfolg bei den Prüfungen und möchte allen besorgten Eltern, die mich in den letzten Wochen aufgesucht haben, versichern, dass wir dranbleiben!

Bitte pass‘ auf Dich auf und bleib‘ gesund!

Deine

Özlem Ünsal
Kieler Landtagsabgeordnete (West)